Seebestattung

Kranz © Nordreisender - Fotolia.comBei einer Seebestattung handelt es sich um eine Beisetzung Verstorbener auf hoher See. Diese Bestattungsform geht ursprünglich auf die Notwendigkeit zurück, die sterblichen Überreste See Verstorbener angemessen zu bestatten, auch wenn kein Land erreichbar war. Mangels Kühlung waren die Toten nicht an Bord zu behalten, bis Land erreicht wurde und der Seuchengefahr musste dringend vorgebeugt werden.

 

Geschichtliche Entwicklung und historische Hintergründe der Seebestattung

So ist es bis heute bei Seefahrern gang und gäbe, sich auf See beisetzen zu lassen, auch wenn diese an Land verstarben. Seit 1934 ist es für jedermann in Deutschland möglich, sich auf See beisetzen zu lassen anstelle einer Friedhofsbeisetzung. Zeitgleich entwickelte sich ein Trend zu mehr Einäscherungen anstelle von Erdbestattungen. Das Übergeben der Asche auf hoher See ist die derzeit üblichste Form der Seebestattung.

Verlauf einer Seebestattung

Der Körper des Toten wird in einem Krematorium mit dazugehörender Trauerfeier bei höchsten Temperaturen verbrannt. Die geringe Menge der sterblichen Überreste, die nach einer Einäscherung anfallen, werden in eine sogenannte Seeurne gefüllt. Anders als andere Urnen ist die Seeurne aus auflösbarem Material. Ferner wird ihr Kies, Sand oder Wasser beigefügt, damit die Urne schnell zu Boden sinkt. Die Gabe von Kränzen oder mit Schleifen verzierten Blumengebinden ist nicht erlaubt. Aus diesem Grund verwenden Trauernde gern einzelne Blumen, um den Toten die letzte Ehre angedeihen zu lassen.

Das Schiff, von dem aus die Seebestattung stattfinden wird, verlässt nun wahlweise mit oder ohne die Trauergemeinde den Hafen und läuft bis in die Dreimeilenzone. Hier endet das Hoheitsrecht eines jeden Landes und über sogenanntem „Rauhen Grund“ wird die Urne zu Wasser gelassen. Dem Ernst der Situation wird die Besatzung des Schiffes gerecht, indem sie sich in Marineuniform kleidet. Der Kapitän wird eine kurze Trauerrede halten, und danach die Urne an einem Schiffstau (Tampen) zu Wasser gelassen. Nach der Beisetzung der Urne wird die genaue Lage in das Logbuch eingetragen und das Schiff umrundet die Stelle einmal (Ehrenrunde). Die Verabschiedung mit drei Signaltönen von dem Ort stellt das Ende der Seebestattung dar.

Gesetzliche Vorschriften

Eine Seebestattung steht jedem zu, der sein Tagwerk auf See verrichtet hat. Auch wer nie auf See arbeitete, sich aber mit dem Meer auf besondere Art verbunden fühlt, kann auf See bestattet werden. Meist reicht es aus, wenn die Hinterbliebenen den Wunsch des Verstorbenen den entsprechenden Behörden mitteilen. Sicherer ist es, noch zu Lebzeiten, eine Bestattungsverfügung zu verfassen. Außer in manchen Bundesländern, die eine Erdbestattung zwingend vorsehen, sollte einer Seebestattung dann nichts im Wege stehen.

Kosten und Folgekosten

Eine Seebestattung kann so teuer werden, wie eine Erdbestattung. Folgekosten, wie Grabpflege und dergleichen entfallen jedoch. Andererseits bleibt den Hinterbliebenen kein Ort zum Trauern. Der Tote ist nicht mehr erreichbar, kein Stein schmückt sein Grab.