Diamantbestattung

Diamond © Igor Kali - Fotolia.comEine Diamantbestattung ist keine eigene Bestattungsart im engeren Sinne, vielmehr werden bei diesem Verfahren Teile der Überreste einer klassischen Feuerbestattung weiterverarbeitet. Konkret wird die Einäscherung in einem gesonderten Verfahren durchgeführt, so dass die sonst bei mindestens 1200° Celsius restlos verbrannten Kohlenstoffanteile (amorphe Kohlenstoffteile) ebenfalls als Asche zurückbleiben. Der Großteil der Asche, etwa achtzig Prozent, wird normal beigesetzt, da dieser nicht zur Diamantherstellung geeignet ist.
Die Trennung der verwendbaren und der nicht verwendbaren Teile erfolgt in chemischen wie physikalischen Verfahren. Der für die Diamantgewinnung verwendete Kohlenstoff wird bei einer Temperatur zwischen 1800 und 2000 Kelvin (entspricht etwa 1500 bis 1700 Grad Celsius) und einem Druck von 50.000 bis 60.000 bar kristallisiert. Ein zugegebener Katalysator läßt die Umwandlung in das ersehnte Erinnerungsstück in wenigen Wochen geschehen.
Da dieser Aschediamant wie andere Kristalle wächst hängt die Größe des Steins vor allem von der Wachstumszeit ab, nicht von der Menge an verwendeter Asche. Üblicherweise erreichen die Steine eine Größe von bis zu einem Karat. Dies entspricht in etwa einem Streichholzkopf. Die Färbung reicht, je nach genauer Zusammensetzung der verwendeten Asche, von weiß bis bläulich.
Die gewachsenen Rohdiamanten können, wie echte Diamanten auch, verschieden geschliffen werden. Mikroskopisch kleine Gravuren sind ebenfalls möglich. Diese per Laser durchgeführte Beschriftung kann jedoch den Glanz des Steines beeinträchtigen.

Die Kosten für die Herstellung sind abhängig von der Größe des Steins, belaufen sich aber auf Grund des sehr aufwendigen Verfahrens auch bei kleineren Diamanten bereits auf einige tausend Euro.

Eine in Deutschland zwingend notwendige Voraussetzung für die Verwendung der Asche zur Diamanterstellung ist der entsprechende Wunsch des Verstorbenen. Alternativ zu den Rückständen aus der Einäscherung kann auch geeigneter externer Kohlenstoff verwandt werden.
Zudem besteht in Deutschland ein Bestattungszwang, so dass für die Diamantbestattung Anbieter aus dem Ausland, zum Beispiel der Schweiz, herangezogen werden.

Eine weitere interessante Möglichkeit ist die Erstellung eines Diamanten aus geeigneten Zellen lebender Personen. Hierfür kann eine geeignete Menge an Haaren genutzt werden, die dann bereits zu Lebzeiten zu einem Erinnerungsstück veredelt werden.