Feuerbestattung in Deutschland

Beileidskarte © Maria.P. - Fotolia.comUnter einer Feuerbestattung versteht man die Einäscherung einer Leiche. Das bedeutet, dass der Leichnam verbrannt wird.
In Deutschland wird diese Einäscherung in Krematorien durchgeführt. Zurück bleibt dann meistens eine Urne mit Ascheresten, welche durch die Hinterbliebenen beigesetzt wird.

In Deutschland nimmt die Zahl der Feuerbestattungen jedes Jahr zu, was wohl an den weitaus niedrigeren Kosten im Vergleich zu einer Erdgrabstelle liegt.
In selteneren Fällen machen sich die Hinterbliebenen aber auch Gedanken über eine ästhetische und hygienische Bestattung, wenn der Verstorbene beispielsweise an einer ansteckenden Krankheit litt und vielleicht sogar daran verstorben ist.

Die Vorstellung, dass der Leichnam im Boden verwest, ist für einige Menschen schwerer zu ertragen als eine Feuerbestattung.

In Deutschland bedarf die Feuerbestattung einer gesonderten Genehmigung.

Eine Untersuchung ist nach der Einäscherung nicht mehr möglich – deshalb muss die Identität und die Todesursache vor Feuerbestattungen zweifelsfrei abgeklärt sein.
Ein Amtsarzt oder ein Rechtsmediziner müssen die Leiche im Kühlraum des Krematoriums ein zweites Mal anschauen, um wirklich keinen Zweifel an der Todesursache zu haben.

Wurde die Leiche für die Kremierung zugelassen, kann sie in einem nicht verschraubten Holzsarg im Krematorium verbrannt werden. Diese Einäscherung ist in Deutschland nur in einem Krematorium möglich. In einigen anderen Ländern kann sie auch unter freiem Himmel stattfinden.

Bei der Einäscherung selber erfolgt in einem auf etwa 900 °C vorgeheizten Ofen

Der Sarg entzündet sich beim automatischen Hereinfahren des Sarges in den Ofen.
Innerhalb der ca. 90 Minuten, die der Sarg im Ofen verbleibt, wird die Temperatur durch Gasbrenner auf 1.200 °C erhöht.
Was übrigbleibt, ist Asche und nichtbrennbare Teile, wie Knochenteile, Zähne und Implantate.

Die Beisetzungsmöglichkeiten der Urne in Deutschland darf nur auf einem Friedhof geschehen. Es besteht also Freidhofszwang in Deutschland auch bei Feuerbestattungen.
In anderen Ländern besteht dieser Zwang nicht. Man kann da die Asche beispielsweise auf dem Meer verstreuen, auf eigenem Grund und Boden beisetzen oder sogar eine Weltraumbeisetzung durchführen lassen.

Die Feuerbestattung ist wesentlich günstiger als eine Erdbestattung

Die Särge sind günstiger, da bei einer Erdbestattung die Särge stabiler sein müssen, um dem hohen Druck der Erde standhalten zu können. Die Grabstelle von Urnengräbern sind wesentlich günstiger, weil sie weniger Platz benötigen und kürzere Ruhezeiten als Sarggräber haben. Außerdem gestaltet sich die Pflege eines Urnengrabes weniger aufwendig als die einer Sarggrabstelle. Die Bepflanzung ist meistens nicht so umfangreich als bei einem Sarggrab.

Die Grabarten eines Urnengrabes sind dabei recht vielfältig.
Es gibt beispielsweise das traditionelle Urnen-Reihengrab, bei der die Hinterbliebenen die Lage des Grabes nicht mitbestimmen können.
Bei einem Rasenreihengrab für Urnen übernimmt sie Stadtverwaltung die Pflege von Urnengräbern.
Bei einem anonymem Urnengrab ist alles vollständig mit Rasen bedeckt, so dass den genauen Platz der Urne hinterher nur noch die Friedhofsverwaltung kennt.