Totenasche zu Diamanten pressen?

Die 19jährige Tochter und die Mutter eines Verstorbenen stritten sich vor dem Amtsgericht Wiesbaden, ob die Asche des Verstorbenen zu einem künstlichen Edelstein geformt werden dürfe. Der Mutter, die gegen die Methode Einspruch erhoben hat und ein Urnengrab bevorzugte, wurde Recht zugesprochen.

Die Tochter hätte nicht “hinreichend glaubhaft” machen können, dass sie mit diesem Vorhaben den letzten Willen ihres Vaters erfülle, so das Gericht. Eine Bestattung in Diamantform bzw. die Verarbeitung zu einem Diamanten sei “exotisch und in Deutschland unzulässig” – deshalb liege die Beweislast bei der Tochter. Die durch die Mutter gegen die Aktion erwirkte Einstweilige Verfügung wurde bestätigt.

Weiterhin bleibt aber unklar, ob es grundsätzlich zulässig ist, Asche von Verstorbenen ins Ausland zu transportieren und dort zu einem synthetischen Edelstein pressen zu lassen. Das Gericht äußerte sich hierzu nicht. Die FAZ fragt jetzt, ob es erlaubt werden soll, Totenasche zu Diamanten pressen zu lassen.

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